Eben beim (sehr geschätztem) Stefan Niggemeier gesehn: Diskussion darüber, ob ein Magazin über Brustkrebs auch lustig sein darf/soll/kann.

In einem Kommentar wird darauf hingewiesen, dass die Zielgruppe (Für die Langsamen: Gemeint sind Brustkrebspatientinnen.) wahrscheinlich kein Problem damit hat wenn das Thema etwas lockerer angegangen wird. Woraufhin ein Mensch namens Dierk meint:

“….auch wir Männchen können Brustkrebs bekommen, womit das Zielgruppe-Argument schon mal vom Stuhl ist…”

Ja, natürlich.  Weil es eine männliche Minderheit von Brustkrebspatienten gibt, ist es direkt totaler Quatsch dass dieses Magazin sich vornehmlich an betroffene Frauen richten könnte. Uhuh.  Bereitet Marketingmenschen auf der ganzen Welt sicher ungemein Kopfschmerzen wenn ihr Programm sich nur an 98% der möglicherweise interessierten Bevölkerung wendet.

Zum Logo, einer laufenden Brustkrebsschleife, meint Dierk übrigens:

“Ich halte es übrigens für nicht sonderlich gelungen, ausgerechnet die AIDS-Schleife zu verwenden.”

Ist also umfassend informiert der Gute.

Heut auf meinem Heimweg begnete mir dies:

plakat

Auf welchem Planeten ist das kein Vergewaltigungswitz?

Pro7-Show “Das große Kipp-Roll-Fall-Spektakel”, beschrieben im Fernsehlexikon:

Zehn Teams von Cheerleaderinnen über Rocker, Pfadfinder, Sportwissenschaftler, Designstudenten bis hin zu Flughafenmitarbeitern haben zusammen mit Architekten und Special-Effekt-Profis daran gearbeitet, eine jeweils rund zehnminütige Kettenreaktionen zu ihrem Thema aufzubauen: In der Welt der Insel Juist fallen Strandkörbe und öffnen sich Miesmuscheln, in der Sportwelt werden Fitnessgeräte missbraucht, um einen Tischfußballspieler einen Ball im Tor zu versenken, in der Männerwelt fallen tausende Bierflaschen um und Hunderte Mentos-Dragees in Colaflaschen, um einen klebrigen Springbrunnen zu bilden, und in der Frauenwelt kippen so lange Kleider, Schuhe und Kosmetika aus den Regalen, bis am Ende ein Mechanismus Geldbündel aus dem Fenster wirft.

Natürlich. Was auch sonst.

Lange nichts geschrieben, und es ist mal wieder gmx.de, das mich hierher zurücktreibt.

Ich denke mir das NICHT aus: Ein Bildermemory (das sie aus irgendwelchen Gründen “Memo” nennen), in dem man Prominente und ihre angeblichen Schönheitsfehler zusammensuchen muss.  Kein einziges Bild zeigt einen Mann. Überrascht? Ich auch nicht.

Da WordPress es jetzt auch ermöglicht, Kommentare in der Baumstruktur anzuzeigen, habe ich mal flugs die Einstellungen angepasst: zukünftig werden bis zu zehn Kommentare verschachtelt angezeigt (mehr lässt WordPress einen nicht, böh). Und sollten wir wirklich mal über vierzig* Kommentare erhalten, werden die auf zwei Seiten aufgeteilt, in chronologischer Reihenfolge (d.h. älteste zuerst).

* Völlig willkürlich gewählt, da wir uns konstant im null- bis einstelligen Bereich bewegen. Aber falls mal…

Ich hab grad ganz unschuldig ein Video aus der Daily Show geguckt, als eine animierte Werbung fuer eine Dating-Plattform aus irgendeinem Grund meine Aufmerksamkeit erregte. An meinem eigenen Computer hab ich immer Adblock an, vielleicht bin ich deshalb anfaelliger…

Jedenfalls. Beworben wurde eine Seite namens ‘Elite Partner’,  durch die Altbekannte Methode ein paar ihrer Produk…Kundenprofile im Wechsel einzublenden.

So eine Beispiel-Anzeige sah jeweils so aus:

  • Ein Portrait-Foto (Graustufen. Die Elite hat kein Interesse an grellen Farben. Pfoeh.)
  • Beruf (Kardiologe, Stewardess, Juristin, Architekt, Art Director, PR-Beraterin)
  • Alter
  • Hobbies

Und dann gab es einen Unterschied. Die Herren haben eine Extra-Spalte.

  • Akad. Grad (Der Kardiologe hat einen Doktor. Puh.)

Aber, keine Sorge. Die Damen gehen auch nicht leer aus. Gleich, aber anders und so weiter, Ne. Und zwar:

  • Persoenliches (”Spontan”, “Temperamentvoll”, “Italienfan”…)

Ja. Danke.

Man hat mir geantwortet. Man wisse nicht wie ich einen Newsletter erhalten haben solle, da meine Adresse ja nicht bei ihnen gespeichert wäre.
Ich habe erklärt dass ich mich ja bereits über den Newsletter abgemeldet hatte, also würde es mich sowieso wundern wenn meine Adresse *immernoch* irgendwo bei denen gespeichert wäre.
Der Bitte den Newsletter an  sie weiterzuleiten, konnte ich leider nicht nachkommen, da ich ihn dummerweise gleich gelöscht hatte.
Ausserdem wurde mir mitgeteilt dass ich diese Woche nicht alleine mit diesem Problem bin, und dass es tatsächlich nicht der Stil des Süddeutschen Verlags wäre, zu belästigen.
Ich habe aber noch die URLs der Seite die ich zum abmelden vom Newsletter benutzt habe angegeben, wobei ich mir ziemlich sicher sind dass die “echt” ist.

Ich weiß nicht, ich find es sieht immer noch so aus als hätten die irgendwo einen Haufen Daten gekauft und würden jetzt auf Gut Glück spammen.
Aber davon dass mir jemand geantwortet hat, bin ich wirklich positiv überrascht.

Wenn man in Berlin das Haus verlässt, sich irgendwo in ein Café setzt oder eine Bücherei betreten will, muss man eigentlich immer damit rechnen dass einem jemand eine Süddeutsche Zeitung, bzw ein Probe-Abo aufschwatzen will.
So weit, so nervig. (Ich habe übriges überhaupt nix gegen die SZ. Ich finde nur jede Form von Werbung die ich nicht einfach ignorieren kann nervig.)
Eben habe ich vom “SZ-Magazin” unaufgefordert einen Newsletter bekommen. Natürlich hab ich mich sofort davon abgemeldet, aber zusätzlich noch an szmagazin@sz-magazin.de folgende Email versendet.

Guten Tag,

Ich finds nicht so schön dass Sie mir unaufgefordert einen Newsletter schicken. Ich würde auch wirklich gern wissen wie Sie an meine Emailadresse kommen. Gleichzeitig möchte ich darum bitten, bzw Sie explizit dazu auffordern, diese aus Ihrem Katalog zu löschen und mich zukünftig nicht mehr mit Spam zu belästigen. (Ja, ich habe mich schon abgemeldet, aber da man sich ja anscheinend nicht anmelden muss um Ihre Mails zu bekommen…)

MfG,
Rattenmaus

Eigentlich poste ich das hauptsächlich um rauszukriegen ob ich alleine damit bin, und wenn nicht: Bitte meldet euch nicht nur ab, sondern lasst das SZ-Magazin bzw wer auch immer da verantwortlich ist, wissen, dass Spam nervt.

Ausschnitte aus einem Text der sich “Die besten Tipps fürs erste Date” nennt.

“Das Wichtigste ist jedoch: Seien Sie pünktlich bei der Verabredung. Eine Frau kann schon mal ein paar Minuten später kommen, das ermöglicht einen Auftritt mit ungeteilter Aufmerksamkeit. Ein Mann sollte eher etwas früher zum Treffen erscheinen, den Platz für die Herzdame frei halten, die Kerzen auf dem Tisch anzünden und die Frau durch einen gelungen Abend führen.”

Denn natürlich ist es die Aufgabe des Mannes die Frau zu bespaßen und sie “durch den Abend zu führen”, prinzipiell. Immerhin ist ER derjenige der was will, und die Frau muss dazu überredet werden es rauszurücken, ne?

Deswegen versteht sich das natürlich auch von selbst:

“Ein Knigge-Tipp: Mann zahlt die Rechnung, das ist Ehrensache! Somit ist er Gentleman und erspart einer Frau auch bei gegenseitigem Nichtgefallen die Reue, in dieses Date (Geld) investiert zu haben. “

Dass der Autor dieses Textes davon ausgeht dass nur heterosexuelle Menschen Dates haben, versteht sich ebenso von selbst.

Die Kommentare sind teilweise übrigens auch herzerwärmed, aber so tief will ich heut nicht mehr absteigen. (Stichwort: Buhu ich krieg keine Frau ab, die sind so wählerisch und mich spricht auch nie eine an…”Vielleicht gibt es eine andere Lösung eine aus Asien zu holen. diese Frauen sind irgendwie warmherziger, liebevoller und leicht zu bekommen als unsere deutschen Frauen.” Merke: Bekommen. Und ja, jetzt bin ich wohl doch in die Grube gestiegen…Wenigstens wird der Autor dieses Kommentars von einigen Anderen zurechtgewiesen.)

Hallo, frohes neues Jahr, und hier, das nervt mich:

beratung

Das ist ein Werbeplakat dass mich von einem Bankautomaten aus anstarrte.

Mein erster Gedanke war ja ehrlich gesagt nur “Höhö, beraten Sie mich doch mal per Geschmackssinn/Geruchssinn über ihre Kontogebühren…”, also ein schlichtes, “Nörgeln, weil doof.”

Aaaber. Da steckt ja was dahinter. Die haben sich ja wahrscheinlich was gedacht, mit dem Plakat, und dem Motiv.

Beratung mit allen Sinnen. Ich gehe mal davon aus, dass die Frau auf dem Foto eine Kundin sein soll (der Eindruck ensteht jedenfalls wenn man sich die restlichen Plakate dieser Reihe ansieht).

Wenn soll diese Werbung ansprechen? Wem soll “sinnliche” Beratung verkauft werden? Da ist kein Fokus auf Sachlichkeit, auf Informationen, nee.  Es richtet sich an Frauen. Und Frauen wollen ihr Geld nicht gescheit anlegen, nee, die wollen dass der Onkel von der Bank ihr Freund ist und ganz lieb, und ihr tief in die Augen schaut und ganz für sie da ist. (”Sie haben aber zarte Hände… eine Frau wie sie sollte sich auch mal was gönnen können…”)

Oder was?

Übrigens! In genau der Filiale in der ich das Foto gemacht habe, habe ich vor ein paar Jahren mal gewagt eine Frage zu stellen, die der Mensch hinterm Schalter wohl für dumm hielt. Ich wollte wissen ob es irgendwie möglich ist von der Sparkasse Berlin aus, auf ein Sparbuch von einer andern Sparkasse zuzugreifen.

Ein schlichtes “Nein” hätte mir völlig gereicht, stattdessen bekam ich eine Erklärung mit Babysprachton und Erklärungen die vielleicht für ein 5 jähriges Kind angemessen wären. (”Alsoooo, die Sparkasse Berliiin, und die Sparkasse (Andere Stadt), die haben zwar den gleichen Vornamen! Aber nicht den gleichen Naaachnamen. Das sind zwei verschiedene Firmen…)

Ich war so verdutzt dass ich erst sauer wurde als ich schon wieder draussen stand.